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Nach einem Brand in Oberdollendorf, der duch die Feuerwehr Königswinter (Altstadt) gelöscht wurde, sah sich der damalige Ortsvorsteher Pantaleon Bonn in der Pflicht, zur Gründung einer eigenen Freiwilligen Feuerwehr in Oberdollendorf anzuregen. In der Chronik heißt es: "Eine erfreuliche Anzahl Bürger verschiedener Stände, die zur Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr bereit waren, traf sich zur Gründungsversammlung am 2. September 1888."

Eine der ersten Aufnahmen von der Löschgruppe; Aufgenommen am Steigerturm auf der Rennenbergstraße

Im Dezember 1888 zählt die Wehr bereits 50 Mitglieder, die in Steiger-, Spritzen- und Ordnungsabteilung gegliedert waren. Die junge Wehr muß sich wohl bei ihren ersten Einsätzen erfolgreich bewährt haben. So wird u.a. aus dem Jahre 1903 von der Bewältigung einer großen Wasserflut in der Bach- und Falltorstraße berichtet. Von Spenden der Bürger und der Feuerversicherung konnte sogar eine Fahne angeschafft und am 14. Mai 1905 eingeweiht werden.

Am 14.09.1913 fand zum 25-jährigen Gründungsjubiläum sogar ein Kreisfeuerwehrtag in Oberdollendorf statt. Aus den Zeiten des ersten Weltkrieges liegen leider keine Aufzeichnungen vor, bekannt ist lediglich das 17 Kameraden den Dienst in der Armee verbrachten und das davon drei Kameraden nicht mehr in ihre Heimat zurückkehrten.

Die Löschgruppe mit Spielmannszug vor der Chorruine des Kloster Heisterbach

Das Feuerlöschgesetzt von 1933 brachte der Feuerwehr viele Einschränkungen und radikale Veränderungen. Der Löschzug Oberdollendorf wurde der Freiwilligen Feuerwehr des Amtes Oberkassel angegliedert. Die Feuerwehren allgemein verloren ihre Rechtsform als Verein, durften keine Fahnen mehr tragen und wurden zu Hilfspolizeitruppen umfunktioniert. Viele Feuerwehr-kameraden wurden zu Soldaten. Die dadurch entstandenen Lücken wurden durch Mitglieder der im Jahr 1940 aufgestellten HJ-Feuerwehr aufgefüllt. Die Eintragungen im Protokollbuch werden lückenhaft. Somit fehlen leider auch Hinweise auf das Verhalten unserer Feuerwehr gegenüber jüdischen Menschen (Reichskristallnacht) und anderen als Minderheiten geprägten Bewohnern in unserem Ort. Vereinzelt finden sich Aufzeichnungen das unsere Feuerwehr während des Krieges nach Luftangriffen in Bonn, Beuel, Troisdorf, Siegburg und natürlich in Oberdollendorf eingesetzt worden ist. Auch hier kehrten viele unserer Kameraden nicht von ihrem Dienst in der Wehrmacht zurück, wurden verletzt oder kamen in Kriegsgefangenschaft.

Für das Wiederaufleben der Feuerwehr bestanden nach dem Krieg erhebliche bedenken. Wer sich in Uniform zeigte wurde beschimpft. Das sich die Feuerwehren trotz allem aus sich selbst heraus wieder neu gebildet haben, ist wohl eines der großen Ruhmesblätter in ihrer Geschichte. Und so verlangte auch die amerikanische Militärregierung alsbald die Einrichtung einer Feuerwehr in Oberdollendorf. Mit der Verwaltungs- und Gebietsreform vom 01. August 1969 endete die bisherige Struktur von 4 Löschzügen innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr des Amtes Oberkassel. Die Feuerwehr Oberdollendorf gehört seitdem zur Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Königswinter.



Die erste Unterkunft der Oberdollendorfer Wehr befand sich auf dem entlegenen Gaisbungert (an der heutigen Rennenbergstraße/erstes Foto). Hier wurde im Jahr 1890 ein Steigerturm seiner Bestimmung übergeben. Bemerkenswert hierbei ist, dass bei Baukosten von 300,- DM ein privates Darlehen des Mitglíedes Josef Steinhauer von der Löschgruppe in Anspruch genommen werden musste und die Gemeinde nicht in Vorleistung ging.

Obwohl sich die Wehr dafür einsetzte, eine günstiger gelegene Geräteunterkunft im Ortsmittelpunkt zu erhalten, kam es im Jahre 1911 noch einmal zu An- und Umbauten am Steigerturm im Gaisbungert. Im Mai 1927 ging ein lang gehegter Wunsch der Wehr in Erfüllung, als der damalige Ortsvorsteher Josef Sand der Wehr ein neues Gerätehaus in der Cäsariusstraße übergab.

Bauphase 1; Heute befindet sich hier vor den ehemaligen Toren die Sanitärräume, links daneben die neue Fahrzeughalle.

Nach schweren Beschädigungen des Gerätehauses im Zweiten Weltkrieg sah sich die Gemeinde außerstande die Instandsetzung zu übernehmen.  Die Kameraden der Löschgruppe nahmen daraufhin die Arbeiten selbst in  die Hand und schafften es durch die Unterstützung der hiesigen Handwerksbetriebe, der Firmen Didier Werke und der Zementfabrik eine Renovierung fachgerecht auszuführen. Für die Unterbringung des ersten Löschfahrzeuges LF 15 mußte 1955 ein weitere Raum an das Gerätehaus angebaut werden. Auch diesen Anbau erledigten die Wehrleute mit Unterstützung der örtlichen Handwerksmeister in Eigenleistung. 1959 erfolgte ein weiterer Ausbau des Gerätehauses, bei dem man den lang ersehnten Unterrichtsraum schaffen konnte. Ein weiterer Ausbau erfolgte Anfang der 80er Jahre mit der Erschaffung von neuen sanitären Anlagen.

LF 15; dieses Fahrzeug stand zuerst in Oberdollendorf und wurde nach der Gebietsreform nach Bonn-Oberkassel überstellt. Das Fahrzeug ist heute noch Fahrbereit und wird vom Löschzug Oberkassel gehegt und gepflegt

Im Jahre 1999 erfolgte der bislang letzte Umbau am Gerätehaus. Die Neubeschaffung eines Löschfahrzeuges LF 8/6 Allrad machte es unumgänglich die 1955 angebaute Fahrzeughalle um fast 30 cm abzusenken und den Torsturz erheblich anzuheben. Auch der Einbau eines neuen Falttores und die Umgestaltung des Vor- und Abstellplatzes wurden erforderlich. Wie bei allen Umbauten zuvor mußten auch hier die meißten Arbeiten in Eigenleistung und mit freundlicher Unterstützung der örtlichen Handwerksbetriebe und der Löschgruppe nahestehender Firmen durchgeführt werden.


Oberdollendorf erhielt 1892 zu den vorhandenen Brunnen und Pumpstellen eine eigene Wasserleitung. Daraufhin konnte die Einsatzfähigkeit der Löschgruppe durch die Anschaffung von Standrohren erheblich verbessert werden. Neben dem Spritzenwagen befanden sich alle übrigen Garäte auf einem für diesen Zweck erbauten Gerätewagen. Als Rettungsgeräte wurden Hakenleitern angeschafft.

Durch Vermittlung des Gemeindevorstehers Leo Tendler und mit finanzieller Unterstützung der Didierwerke konnte am 18. Januar 1934 eine Motorspritze, eine der wenigen im Siegkreis, an die Feuerwehr Oberdollendorf übergeben werden.

Am 26. März 1955  erhält die Löschgruppe ein Feuerlöschfahrzeug LF 15. Das Fahrzeug wurde 1958 nach Oberkassel abgegeben und als Ersatz ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 in Betrieb genommen, das bis 1979 seine Dienste erfüllte. Ergänzt wurde diese Anschaffung durch den Kauf eines Tragkraftspritzenanhängers (TSA).

Bauphase 2; Die neue Fahrzeughalle ist angebaut und die Löschgruppe besitzt einen LF 8 Opel-Blitz.

1969, im Zuge der kommunalen Neuordnung übernahm die Löschgruppe Oberdollendorf einen Gerätewagen für Öleinsätze (GW-Öl mittel) von der Amtswehr Oberkassel mit in die neue Freiwillige Feuerwehr Königswinter.

Als Ersatz für das mehr als 20 Jahre alte Fahrzeug wurde 1979 ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8 in Dienst gestellt.

1988 erfolgte der Austausch des GW-Öl gegen einen ELW 1. Damit endete für die Löschgruppe eine seit 19 Jahren aufgetragenen Aufgabe im Gebiet der Gefahrgutbekämpfung und eine neue wurde ihr aufgetragen: Einsatzinformation und Kommunikation

Im Oktober 2000 konnte der Löschgruppe ein Löschgruppen-fahrzeug LF 8/6 übergeben werden. Für die Wehr ein weiterer Fortschritt, da das Fahrzeug über 600 l Wasser als Löschmittel in einem Tank verfügt, womit die Brandbekämpfung erheblich früher und nicht erst nach der Errichtung einer Löschwasserversorgung aus Hydranten erfolgen kann. Das Fahrzeug erhielt zudem eine umfangreiche neue Gerätegrundausstattung. Dazu zählten neue Saug- und Druckschläuche, Werkzeuge, eine Tragkraftspritze TS 8/8 Ultraleicht, ein 5 kVA Stromerzeuger, ein Sprungretter Lorsbach, eine dreitlg. Schiebeleiter, eine neue Steckleiter und vieles mehr.

Die Aufgabe der Löschgruppe um die Einsatzstellenkommunikation wurde im Jahr 2003 durch den Kauf eines Anhängers mit einer mobilen TEL (Technische Einsatzleitung) erweitert. Hierzu war zusätzlich die Anschaffung eines neuen Zugfahrzeuges, einem MTF, erforderlich. Dieses Manschafttransportfahrzeug (MTF) wurde im Januar 2004 bei der Löschgruppe eingestellt. Weiter Informationen hierzu und Infos über unsere zur Zeit genutzten Fahrzeuge erhalten sie unter: Fahrzeuge.

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